Archiv der Kategorie: Unterwegs

Die Hände zum Himmel

Es freut mich sehr, dass Fräulein Krise, laut Frau Freitag eine Meisterin der paradoxen Intervention, zu den Leserinnen meines Blogs gehört. Zum aktuellen  Titelbild hat sie eine sehr begründete Frage gestellt:

ich wollte bloß mal fragen, warum auf dem titelbild des blogs so arme Arme in den himmel ragen. Ist das eine metapher? Soll uns das etwas über das rechtssystem sagen? Oder über die, die in die mühlen desselben grieten?

Ja, der Ausschnitt ist bewusst gewählt und kann vielfältig interpretiert werden. Das überlasse ich ganz bewusst dem Betrachter. Aber ich hatte natürlich auch einige Assoziationen, als ich den Bildausschnitt ausgewählt habe:

Wer so die Arme in die Luft reißt, ist möglicherweise euphorisch – vielleicht, weil er gerade einen Zivilprozess gewonnen hat. Oder vom Strafrichter freigesprochen wurde. Oder weil er selbst Richter ist, und die Parteien sich in einem schwierigen Rechtsstreit verglichen haben (spart das Abfassen des Urteils, die Jubelgestik sollte allerdings erst allein im Richterzimmer und nicht vor den Parteien geschehen).

Aber gehören die Hände wirklich zwei Jubelnden? Oder nehmen sie die Hände hoch, weil sie (ein Straftäter? die Polizei?) mit der Waffe bedroht? Oder weil sie die Hände flehend zum Himmel heben und auf eine höhere Gerechtigkeit hoffen, als der Rechtsstaat bieten kann? Auch die Interpretation der in die “Mühlen der Justiz Geratenen” gefällt mir. Denn wer einmal in den Akten ist, der kommt oft so schnell nicht aus dem Verfahren heraus.

Das Bild zeigt natürlich nur einen kleinen Ausschnitt der Wirklichkeit. Genauso, wie das Recht nur ein kleiner (wenn auch bedeutender) Teil der gesellschaftlichen Wirklichkeit ist. Das geben wir Juristen zumeist aber nur sehr ungern zu.

Das ganze Bild zeigt eine Skulptur des norwegischen Bildhauers Gustav Vigeland, die ich vor ein paar Wochen im Osloer Frognerpark aufgenommen habe:

Skulptur im Frogner-Park, Oslo

Und wie lautet Ihre Interpretation?

Ein juristischer Rundgang über die CeBIT

Gestern war es wieder soweit: Zusammen mit meinem Webdesigner habe ich in Hannover die CeBIT besucht. Normalerweise fahre ich alle zwei bis drei Jahre zu dieser Computermesse, und auch diesmal interessierten mich einerseits spezielle juristische Angebote und andererseits ganz allgemein Innovationen im Computerbereich. Leider mangelte es an beidem, so dass mein Fazit ernüchternd ausfällt: noch nie war die CeBIT so uninteressant wie in diesem Jahr.

Schon an der Ausstellungsfläche merkt man, dass die IT-Branche derzeit nicht die besten Geschäfte macht. Viele große Anbieter haben überhaupt nicht den Weg nach Hannover gefunden. Marken wie Apple oder Nokia sucht man auf der CeBIT vergebens. Und die Anbieter, die da sind, zeigen zumeist keine echten Innovationen, große Neuerungen fehlen.

Beispielhaft dafür ist der große Stand von Microsoft in Halle 3, der ganz auf Office 2010 ausgerichtet ist, das in mäßig interessanten Präsentation vorgestellt wird. Das wäre aber überhaupt nicht nötig, denn die Betaversion der Software liegt seit Wochen den Computerzeitschriften bei. So ist es auch kein Wunder, dass Microsoft in Hannover CDs mit dem Logo der Computer BILD verteilt. Immerhin zeigt Microsoft in einem kleinen Bereich des Standes auch Mobiltelefone mit Windows-Betriebssystem, die man gleich ausprobieren kann.

Ganz anders sieht das am Stand der Deutschen Telekom in Halle 4 aus. Auf dem großen Stand wird wenig präsentiert, wenn man von den rosa Krawatten der Mitarbeiter einmal absieht. Produkte oder Services sucht man dort vergebens, stattdessen läuft man unter beleuchteten Stichworten über viel freie Fläche. Besucher, die keinen Termin vereinbart haben, werden von den Mitarbeitern der Telekom allerdings auch unfreundlich weggebeten, so dass es auf die fehlende Präsentation letztendlich auch nicht mehr ankommt. Was die Telekom mit ihrem zweifelsohne teuren Stand erreichen will, bleibt ihr Geheimnis.

Erheblich freundlicher und inhaltlich gewichtiger präsentierte sich dagegen der Stand von Wolters Kluiver in Halle 5. Kurz nach unserer Ankunft hielt dort der ehemalige Wirtschafts- und Arbeitsminister Wolfgang Clement (ehemals SPD) eine Rede über die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise für unsere Sozialsysteme, in der er grundlegende Veränderungen und wesentlich stärkere Selbstverantwortung für große Teile der Gesellschaft forderte. Verglichen mit den von Clement vorgetragenen Thesen erscheint Guido Westerwelle derzeit als weichgespülter Sozialromantiker. Nach dem streitbaren Vortrag wurde uns auf dem Stand die Kanzleisoftware AnNoText präsentiert, die sicher einen zweiten Blick wert ist.

Überhaupt nichts präsentiert wurde uns leider auf den winzigen Ständen von Juris (Halle 5) und LexisNexis (Halle 6). Ob dies an mangelndem Personal oder fehlendem Willen lag, kann ich nicht beurteilen. Nach jeweils ca. 10 Minuten Wartezeit war uns jedenfalls klar, dass den Unternehmen nicht viel an einer Präsentation für ihre Zielgruppe gelegen war.

Deutlich besser fiel der Besuch des Beck Verlags aus München in Halle 9 aus. Neben diversen Print-Produkten wurde dort natürlich die Rechtsdatenbank Beck Online gezeigt, die uns von einem freundlichen Mitarbeiter auch ausführlich vorgestellt wurde. Hier zeigte man uns einige Neuerungen der Suchfunktion (“Patentanwälte lieben vor allem die Operatoren”) sowie diverse Angebote wie “Anwalt Premium” oder das Modul Medizinrecht.

Das spannendste Gespräch führten wir in Halle 2 im Bereich Open Source mit einem Entwickler von Firefox. Dort war zu erfahren, dass Firefox und Thunderbird zukünftig stärker als bisher im Business-Bereich etabliert werden sollen, weshalb es nötig sei, die Software stärker als bisher zu individualisieren. Ein Ansatz dazu ist die Website Build your own Browser, auf der man seine eigene Firefox-Version zusammenbauen und anderen zur Verfügung stellen kann. Auch Feedback für zukünftig zu implementierende Funktionen ist dort sehr willkommen.

Geradezu langweilig präsentierte sich dagegen der Web 2.0-Bereich – daran änderte auch die Diskussionsrunde mit Robert Basic und anderen Teilnehmern nichts. Was die Tagesschau und Amazon Web Services im Bereich Web 2.0 präsentierten, hat sich mir ebenfalls nicht erschlossen. Google stellte einige Fahrzeuge mit aufgebauten Kameras aus, mit der die Street-View-Aufnahmen gemacht werden. Dies führte auch gleich zu aufgeregten Diskussionen einiger älterer Herrschaften mit dem Standpersonal. Unter anderem sagte ein Anwesender, er sei selbst Jurist und habe Google schon verklagt, denn wenn der Staat keine verdachtsunabhängigen Geschwindigkeitskontrollen auf Autobahnen machen dürfe, dann sei Google das Fotografieren von Wohnhäusern rechtlich erst recht verboten. Mir lag zwar auf der Zunge, dass Google nicht der Staat ist und die Panoramafreiheit urheberrechtlich durchaus auch anders ausgestaltet ist als die massenhafte Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten, aber letztlich habe ich mir doch auf die Zunge gebissen.

Schließlich gibt es auch noch den Consumer-Bereich in den Hallen 14 bis 16. Zusammenfassend dazu nur ein paar Stichworte: anstrengend, laut, unübersichtlich und unspektakulär. Überhaupt fehlten auf dieser Cebit die großartigen Produkte und Services, die spritzigen Ideen und pfiffigen Präsentationen. Offenbar ist die Wirtschaftskrise in der IT angekommen.

Verdächtiger Fahrgast

Am Kölner Hauptbahnhof steige ich in ein Taxi. Der Fahrer, ein älterer Herr, fragt mich freundlich nach meinem Fahrtziel.

“Zum Landgericht, bitte”, antworte ich ihm.

Der Fahrer stutzt und schaut mich entsetzt an: “Was haben Sie denn verbrochen?”

Jura studiert, und noch ein paar andere Dinge. Nach einer kurzen Einführung in den Unterschied zwischen Straf- und Zivilrecht bin ich dann aber zügig und auf dem kürzesten Weg angekommen.

Singende Engländer

Später Dezembernachmittag an einem norddeutschen Provinzbahnhof. Zwei ältere Damen unterhalten sich unüberhörbar im Zungenschlag des südlichen Hamburger Umlands.

Dame #1: “Jetzt kommt ja wieder die schönste Zeit im Jahr.”
Dame #2: “Ja, bald ist Weihnachten.”
Dame #1: “Und dieses Jahr mache ich es mir besonders schön. Ich kaufe mir nämlich nachher diese Langspielplatte aus der Werbung.”
Dame #2: “Eine Langspielplatte?”
Dame #1: “Ja, die aus der Telefonwerbung. Da singt doch immer dieser Engländer.”
Dame #2: “Natürlich, den kenne ich auch. Der singt doch Oper, der Engländer.”
Dame #1: “Ich habe aber vergessen, wie der heißt. Ist aber auch immer schwierig, bei den Engländern.”
Dame #2: “Da kann ich dir helfen, den Namen habe ich mir nämlich gemerkt: Das ist Harry Potter.”
Dame #1: “Natürlich, Harry Potter! Der singt aber auch so schön. Nach der Langspielplatte frage ich gleich mal.”

Integrationsfähig

Meine Tendenz, in Städten mit den Anfangsbuchstaben W zu studieren oder zu arbeiten, setzt sich gerade fort. Seit einer Woche arbeite ich im oberbayerischen Wolfratshausen.

In einem der Vorstellungsgespräche zu meiner neuen Stelle fragte man mich, ob ich in Bayern überhaupt integrationsfähig sei. Nach einer Woche im neuen Job kann ich eine erste Zwischenbilanz ziehen:

  • Das “Grüß Gott” habe ich mir, in bester Erinnerung an meine Studienzeit in Wien, schon in der ersten Woche wieder angewöhnt. Ich mag regionale Ausdrucksweisen – ebenso gern sage ich zuhause den ganzen Tag über Moin, oder grüße in Berlin mit säuerlichem Gesichtsausdruckauch mal gar nicht.
  • Seit ein paar Tagen fahre ich die Strecke zur und von der Arbeit über den Mittleren Ring entspannt ohne Navi. Die sich anschließende A 95 mit ihren vielen alten Bäumen im Münchner Süden ist meiner Ansicht nach eine der schönsten Strecken in Deutschland. Noch sind in Bayern Schulferien – ab nächster Woche, so haben mir die Kollegen glaubhaft versichert, würde ich für den täglichen Weg zur Arbeit mindestens fünf Stunden, eine Tankfüllung Benzin und zwei Packungen einer hauseigenen Psychopharmaka-Produktion benötigen. Au weia.
  • In der Kantine bestelle ich mit Freuden Schweinebraten mit Knödeln und Blaukraut. Herrlich rustikal im Geschmack, schlecht für Figur und Cholesterinspiegel. Eben typisch bayerisch.
  • Heute habe ich den ersten geschäftlichen Termin auf dem Oktoberfest in meinen Kalender eingetragen.

Ich glaube, integrationsmäßig bin ich auf einem guten Weg. Weitere Einträge in der neuen Kategorie “Bayern” werden folgen. Servas!

Gerichtskantinenbloggen

Gibt es eigentlich schon ein Gerichtskantinenblog? Die Kantine des Landgerichts Wiesbaden heißt Justitia´s Inn und kredenzte ihren Gästen heute u.a. Pangasiusfilet auf Tomaten an Salzkartoffeln. Für nur 3,80 Euro inklusive einer schmackhaften Cremesuppe als Vorspeise erstaunlich gut.

Fazit: 4,5 von 5 Kochlöffeln

Londoner Notizen

07.02.2008

Ganz England diskutiert die heutige Rede des Erzbischofs von Canterbury, in der er behauptet hat, die Einführung der Scharia in Teilen des englischen Rechts sei unausweichlich. Bezogen hat er das wohl auf das Familienrecht, da er seine Ansicht u.a. mit jüdischen Eheschließungen begründet hat, die in Großbritannien bereits anerkannt werden.

Natürlich wurde dieses Ansinnen von Politikern und Juristen scharf zurückgewiesen – die rule of law dürfe keine Unterschiede zwischen den Religionen machen. Böse Säkularisten fürchten sogar, der Erzbischof wolle auch für seine Kirche demnächst wieder Sonderrechte fordern und in England quasi durch die Hintertür wieder die Hexenverbrennung einführen.

Sehr schön auch der Kommentar einer Journalistin, die einer Politikerin auf deren Forderung der equal justice under law entgegen hielt, es gäbe ja schon verschiedene Rechte, die nebeneinander Geltung beanspruchen würden – neben dem englischen Recht stünde nämlich das aus Europa. Auf ein bißchen Scharia mehr oder weniger käme es dann auch nicht mehr an (es handelte sich übrigens um eine Sendung von BBC One – bevor hier noch jemand auf das Privatfernsehen schimpft). Noch interessanter argumentierte ein islamischer Würdenträger, der die Mehrehe empfahl, weil es mehr heiratsfähige Frauen als Männer gebe. – Wie lange wird es wohl dauern, bis die deutschen Kirchen ähnliche Forderungen nach Anerkennung des islamischen Rechts stellen?

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08.02.2008

Die modische Londonerin trägt heute Minirock und dunkle Strumpfhosen zu allen Arten von Winterstiefeln. In einem Jahr wird diese Mode Berlin, in einem weiteren Hamburg erreichen. Wenn sich in drei bis vier Jahren kein Mensch mehr in London an diesen Aufzug erinnert, friert dann dergestalt gekleidet die deutsche Jugend in der Provinz.

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Der Besuch berühmter Londoner Kirchen kostet den kunstsinnigen Besucher jeweils 10 £. Wer allerdings einen Gottesdienst besucht, darf umsonst und ganz in Ruhe einen Blick auf die heiligen Hallen werfen. Ein Tip: Der Evensong in Westminster Abbey findet werktäglich um 5 p.m. statt, und geboten wird neben zwei Bibellesungen und dem Gebet für die königliche Familie vor allem feinste Choralmusik von der Gregorianik bis in den Barock. Die Vikare der Abtei singen in ihren traditionellen rot-weißen Gewändern ein täglich wechselndes Programm. Warum also Eintritt zahlen?

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09.02.2008

Fährt der rechtsgeschichtlich interessierte Tourist an den Gerichtshöfen ihrer Majestät vorbei nach Osten, erreicht er nach einiger Zeit die mächtigen Mauern des Londoner Towers. Hier präsentieren altgediente Soldaten der Königin auf amüsante Weise die Geschichte von Herrscherhaus und Königreich. Diese scheint, glaubt man den Yeomen, überwiegend aus Familienfehden und Hinrichtungen zu bestehen. Sehenswert ist auch die Rüstkammer in der Weißen Burg. Die beste Freundin von allen wurde dagegen stärker von den Kronjuwelen des Königshauses inspiriert – und zu einem Kauf im nahegelegenen Jewel Shop animiert.

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Eigentlich wollte ich auch etwas über Harrods, diese Londoner Shopping-Institution, schreiben. Aber viel fällt mir dazu nicht ein. Ambiente und Personal sind nett, aber der Gipfel des Einkaufserlebnisses will sich nicht einstellen. Dafür steht auch zu viel kitschiges Zeug herum. Vielleicht bin ich aber auch einfach nur nicht der Typ, der sich darüber freut, wenn ihn in der Fleisch- und Wurstabteilung ein grinsendes Schweinchen anschaut, während neben ihm die Skulptur eines geöffneten Schweinebauchs den Blick auf die Innereien freigibt.

Sehr empfehlenswert sind immerhin die vielen Cafés und Restaurants im Hause, die müde Füße zum Verweilen einladen. Das Kännchen Afternoon Tea kostet 3,30 £ und enthält sagenhafte vier Tassen.

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Der komplette Lord of the Rings als dreistündiges Musical? Das kann nicht funktionieren! Tut es aber doch, wie das Theatre Royal in der Drury Lane allabendlich beweist. Zugegeben, es ist nicht jede Szene des Buches auf der Bühne wiederzufinden, und viele Charaktere wurden ganz gestrichen. Auch wird sehr viel gesprochen und nicht ganz so viel gesungen – und manche Szenen mit den Hobbits erinnern stark an Riverdance. Die vor allem durch ihre optischen Effekte überzeugende Show unterhält jedoch gut und findet in der Erzählung der Geschichte zumeist überzeugende Lösungen. Neben schwarzen Reitern, Balrog, Orks, Ents und der Riesenspinne Kankra ragt vor allem die Darstellung des schizoiden Gollum heraus, dessen innere Zerrissenheit in der Aufführung eindrucksvoll in Szene gesetzt wird.

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10.02.2008

Der Londoner Nahverkehr ist schon an sich nicht billig, aber die Preisliste führt eindeutig der Heathrow Express an. Gerade deswegen ist die fünfzehnminütige Fahrt ein Genuß: Relativ wenige Passagiere lassen sich in die weichen Sitze fallen, um während der Fahrt im Internet zu surfen oder die eigens für den Zug produzierten BBC World News zu sehen. Kein Vergleich zur Johann-Strauß-Schrammelei in den Touristenbussen! Leider muß man dann in Heathrow aussteigen, und dieser Flughafen ist aufgrund seiner Größe und Organisation eine mittlere Katastrophe.

Notiz an mich selbst: In Zukunft, wenn möglich, kleinere Flughäfen wählen.

Untervollmacht unerwünscht

Heute morgen beim AG Soltau, Zivilabteilung: Ich bin in Untervollmacht dort, eine halbe Stunde zu früh da und erlebe eine freundlich-fröhliche Atmosphäre mit lauter Kleinstangelegenheiten. Der Richter ist gut aufgelegt, scherzt mit den Anwälten (Anwalt: <gähnt> “Entschuldigung, ich bin zu so früher Stunde noch etwas müde…”, Richter: “Soll ich das ins Protokoll aufnehmen?”), erzählt beim Warten auf die Parteien von seinen Urlaubsplänen und schildert einen seiner letzten Ebay-Fälle – statt eines Notebooks wurde ein Stück Holz verschickt.

Als “mein” Fall verhandelt wird und ich dem Richter meine Untervollmacht reichen will, weist er sie lachend zurück: “Davon wird doch nur die Akte dicker. Wenn Sie sagen, Sie sind bevollmächtigt, dann sind Sie für mich auch bevollmächtigt. So einfach ist das.”

Hoffentlich kann ich da bald mal wieder auftreten.

Unerwartetes Wiedersehen

Kürzlich Termin vor dem Landgericht Koblenz. Ich kenne in Koblenz genau einen Menschen, nämlich einen ehemaligen Kommilitonen, der dort seit einigen Monaten als Verwaltungsrichter arbeitet. Als ich aus dem Taxi steige, steht eben dieser Richter vor dem Gericht und wundert sich, was ich denn wohl in Koblenz tue. Sehr schöner Zufall, sehr nette Begegnung, davon bitte zukünftig mehr.

Alle an Bord?

“Sehr geehrte Damen und Herren, hier eine Durchsage für an Bord befindliches Personal der Deutschen Bahn AG: Falls sich im Zug ein Lokführer befindet, kommen Sie bitte ins Dienstabteil in Wagen 6.”

Diese Durchsage hörte ich neulich im IC zwischen Osnabrück und Hannover. Und fragte mich, wer wohl gerade die Lok fuhr.