Zwangseingewiesen

29 04 2008

Es braucht nicht viel, um gegen den eigenen Willen in eine geschlossene Abteilung eines psychiatrischen Krankenhauses eingewiesen und zwangsbehandelt zu werden. Beispielsweise eine Familie, mit der man Probleme hat. Möglicherweise auch Nachbarn, die jeden Schritt argwöhnisch beäugen. Dazu ein oberflächliches Zeugnis eines Arztes ohne fachärztliche Qualifikation und einen aufgeregten Auftritt vor dem zuständigen Richter. Formell genügt das, um die Anforderungen der Psychisch-Kranken-Gesetze der Länder zu erfüllen.

Der umgekehrte Weg ist deutlich schwerer. Und er führt oft durch mehrere Instanzen.





Neuerscheinung: Transsexualität und Intersexualität

21 04 2008

Aus wieder einmal gegebenem Anlass darf ich auf den lesenswerten Band “Transsexualität und Intersexualität. Medizinische, ethische, soziale und juristische Aspekte” aufmerksam machen, der von Dominik Groß, Christiane Neuschaefer-Rube und Jan Steinmetzer herausgegeben wurde. Der Band geht auf eine interdisziplinäre Tagung des Universitätsklinikums Aachen aus dem Jahre 2007 zurück, die im Rahmen des START-Projekts “Medizinethische Aspekte in der Behandlung Transsexueller” stattfand. Hervorzuheben ist besonders, dass neben den im Untertitel genannten Aspekten u.a. auch chirurgische, phoniatrische und logopädische Aspekte der Transsexualität behandelt werden.





Mal wieder ein Aufsatz

4 02 2008

Aus gegebenem Anlaß möchte ich auf diese Publikation hinweisen. Leider ist das Journal nicht an jeder deutschen Uni zu haben.





Google Health

23 08 2007

Das MEDINFO-Blog hat einige Screenshots einer Vorab-Version des geplanten Online-Gesundheitsdienstes Google Health aufgespürt. Falls es Realität werden sollte, dass personenbezogene Gesundheitsdaten demnächst über Google im Internet verwaltet werden, ist die geplante elektronische Gesundheitskarte aus dem Hause Ulla Schmidt dagegen ein datenschutzrechtlicher Waisenknabe. Adressen, Telefonnummern, Fotos, Hobbies und Interessen - das alles stellen hunderttausende von Nutzern unbekümmert ins Web. Aber auch noch Vorerkrankungen, Allergien und Medikation online übertragen?

Es gibt sicher eine Menge Behörden, Krankenkassen und Finanzdienstleister, die derartige Daten nur zu gern sammeln würden. Und für die epidemiologische Forschung wäre eine umfassende, internationale Datenbank mit Milliarden von Einträgen natürlich auch ein Traum. Doch obwohl ich mich selbst als eher technikaffin beschreiben würde, ginge mir ein Account bei Google Health dann doch zu weit. Auch wenn ein WordPress-Plugin für Röntgenbilder sicher reizvoll wäre…





Aderlaß und Obduktion

25 07 2006

Heute morgen wurden mir von einer freundlichen Famulantin aus dem 5. Semester ein paar Blutproben gezogen. Klar, daß ich dabei an den Standard-Klausurfall des § 81a StPO denken mußte, der wieder einmal in der letzten StPO-Klausur abgefragt wurde. Glücklicherweise ging es bei mir nur um eine prophylaktische Kontrolle der Blutwerte und nicht um Strafverfolgung. Sonst hätte ich sicher auf einer Entnahme durch einen approbierten Arzt bestanden und bestimmt nicht über einige Erlebnisse aus meinem kurzen, abgebrochenen Medizinstudium geplaudert.

Die freundliche Medizinstudentin hat übrigens ihre Leidenschaft für die Rechtsmedizin entdeckt und möchte später in der Verbrechensaufklärung tätig werden. In diesem Fall läge ich allerdings äußerst ungern auf ihrem Untersuchungstisch, auch wenn das Göttinger Institut nur wenige Schritte von meiner Wohnung entfernt liegt.