Keine Sonderbehandlung

10 01 2007

“Der Strafbefehl ist keineswegs eine Sonderbehandlung für den Präsidenten des Kasseler Verwaltungsgerichts”, sagt der Sprecher der Staatsanwaltschaft Marburg. Der beschuldigte Richter hat mehr als 1.000 kinderpornographische Bilder aus dem Internet heruntergeladen und wurde dafür mittels Strafbefehl zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten auf Bewährung und einer Zahlung von 4.800 Euro an den Kinderschutzbund verurteilt. Er hat den Strafbefehl inzwischen akzeptiert. Folgen wird noch ein Disziplinarverfahren, das über den Verbleib des Richters im hessischen Staatsdienst entscheidet.





Kassel: Mordanschlag auf katholischen Priester

11 09 2006

Der katholische Kaplan Aloys Weber (70) aus Kassel ist heute nachmittag von einem 28jährigen Türken mit drei Messerstichen, darunter in die Herzspitze, lebensgefährlich verletzt worden. Der Täter, der die Geistlichen der Gemeinde bereits früher als “Verkörperung des Bösen” bezeichnet und bedroht hatte, läutete an der Tür der Kirchengemeinde und stieß dann sofort mit dem Messer zu. Der Kaplan wurde sofort ins Krankenhaus gebracht und schwebt zur Zeit in Lebensgefahr. Der Täter ist bewaffnet und auf der Flucht und gilt als extrem gefährlich. Weitere Infos gibt es bei der HNA und der Polizeipresse.





Von einer Mordhauptstadt in die andere

21 07 2006

Manchmal werde ich von Freunden und Kollegen gefragt, ob ich nicht Bedenken hätte, in der Wahlstation in die amerikanische Hauptstadt zu gehen. Immerhin gilt Washington auch als “Mordhauptstadt” der USA, selbst wenn die Zahlen in letzter Zeit rückläufig sind.

Meine Antwort besteht in einem Hinweis auf die deutsche Kriminalstatistik. Ich absolviere mein Referendariat nämlich zur Zeit in der heimlichen “Mordhauptstadt” Deutschlands, und das ist erstaunlicherweise weder Berlin noch Frankfurt, sondern Kassel. In keiner anderen deutschen Stadt geschehen mehr Tötungsdelikte pro 100.000 Einwohner, zuletzt an einem Kioskbesitzer und einer Schülerin. Da die offizielle Einwohnerstatistik Kassels aber knapp unter 200.000 Einwohner aufweist, wird die Stadt in der offiziellen polizeilichen Kriminalstatistik nicht gesondert aufgeführt.

Immerhin liegt das prozentuale Niveau auch in Kassel deutlich unter dem der USA. Allerdings sagt die deutsche Statistik nichts über das vorhandene Dunkelfeld aus, welches unter anderem durch eine im internationalen Vergleich geringe Zahl von Obduktionen relativ groß sein dürfte.