Junganwälte unerwünscht

25 04 2008

Wie die Rechtsanwaltskammer Frankfurt mitteilt, sucht das hessische Justizministerium Anwälte, die bereit sind, in den juristischen Staatsexamina zu prüfen. Neben den verständlicherweise geforderten überdurchschnittlichen Examensnoten verlangt das Ministerium von den Prüfern außerdem, dass sie

“[...] bereits auf eine nennenswerte Berufserfahrung zurückblicken können. Um die gebotene Berufserfahrung und persönliche Reife zu gewährleisten sowie im Interesse der altersmäßigen Distanz zu den Kandidatinnen und Kandidaten wird in der Regel ein Eintrittsalter von etwa 35 Jahren für die erste und von etwa 40 Jahren für die zweite juristische Staatsprüfung vorausgesetzt.”

Ob eine solche Altersdiskriminierung mit den Vorgaben des europäischen und deutschen Antidiskriminierungsrechts zu vereinbaren ist, muss möglicherweise bald ein Gericht überprüfen.





Unbezahlbar

11 04 2007

Ein weißes Hemd, XXL - 49,- €

Eine rote Seidenkrawatte - 24,- €

Ein Becher Kaffee to go am Göttinger Bahnhof - 1,10 €

Sich auf dem Weg zum Bewerbungsgespräch im Zug den halben Becher Kaffee über die Klamotten gießen, an einem Umsteigebahnhof im Schweinsgalopp eine neue Krawatte kaufen, die Sache mit Humor und als Aufhänger für das Interview nehmen, das dann (trotz der Kaffeeflecken) sehr nett und zugleich recht konstruktiv verläuft - unbezahlbar!





Das Jurastudium - bloße Weiterbildung?

9 04 2007

Sind Sie Bank- oder Sparkassenkaufmann? Und verfügen Sie über eine qualifizierte Weiterbildung (z.B. Betriebswirt, Jurist oder Immobilien-Ökonom)?

So zu lesen in einer Stellenanzeige. Wenn diese Anzeige die allgemeine Weltsicht der Banker repräsentiert, dann mal gute Nacht.





Bewerbungsmarathon

27 03 2007

In diesem Blog ist es seit dem Examen etwas stiller geworden als sonst. Das hängt allerdings nicht damit zusammen, daß in meinem Leben so wenig passieren würde - ganz das Gegenteil ist der Fall. In der laufenden Bewerbungsphase nutze ich die Gelegenheit, Unternehmen und Kanzleien in ganz Deutschland kennenzulernen, und es ist spannend zu sehen, wie unterschiedlich die Akteure auf dem Gesundheits- und Gesundheitsberatungsmarkt diesen einschätzen und sich auf den hochgradig regulierten Wettbewerb einlassen. Interessant ist auch, daß ich manchmal mit hunderten von anderen Bewerbern auf eine ausgeschriebene Stelle konkurriere, in anderen Fällen dagegen Unternehmen gezielt an mich herantreten und mich kennenlernen wollen.

Ebenso auffällig und für mich durchaus unerwartet ist, daß dem ersten Gespräch (mit der Personalabteilung, der Geschäftsführung oder den Partnern der Kanzlei) zumeist weitere folgen. Bisher war ich davon ausgegangen, daß für die Einstellung von Berufseinsteigern ein einziges Bewerbungsgespräch den Standard darstellen würde. Offensichtlich wird aber auch bei Absolventen inzwischen sehr genau geschaut, wen man sich ins Unternehmen holt und ob der- bzw. diejenige ins Team paßt. Generell sollte man den “Nasenfaktor” nicht unterschätzen, denn was nützen die schönsten Qualifikationen, wenn es ganz unterschiedliche Vorstellungen vom Geschäft und der täglichen Zusammenarbeit gibt?





Wie geht es weiter nach dem Referendariat?

26 02 2007

Eine kleine Zusammenfassung interessanter Informationen und weiterführender Links rund um das Thema Arbeitsmarkt, Stellensuche, Juristengehälter und Bewerbungsstrategien ist im Forum der hessischen Rechtsreferendare zu finden.





Unqualifiziert

26 02 2007

Für das folgende Stellenangebot dürfte ich wohl unqualifiziert sein:

Stellenanzeige

Ist es außerhalb des südlichen Teilstaates üblich, auf Abschlüsse innerhalb des eigenen Tellerrands Wert zu legen?





Blogger unter sich

16 02 2007

Das kleine, private Blawger-Treffen mit Alexander von jurabilis im 5 Flavor (unter Supervision der besten Freundin von allen) hat interessante Fragen aufgeworfen. Zum Beispiel, warum Blawgs mit der gleichen Zielgruppe ganz unterschiedliche Kommentatoren haben. Oder welche Vor- und Nachteile von Gemeinschaftsblawgs es gibt. Warum so wenige Frauen blawgen. Ob selbstgeschriebener Alltagscontent die Leser stärker interessiert als das Zitieren von Gerichtsentscheidungen oder woanders geklaute im Netz gefundene Medieninhalte. Außerdem ging es natürlich auch um die sich gerade akut aufdrängende Frage, ob die Bloggerei die Chancen auf dem Arbeitsmarkt versaut (einhellige Ansicht: nein!).

Habe ich etwas vergessen? Nach einem Gespräch von viereinhalb Stunden bestimmt. Aber eine Wiederholung soll es demnächst geben, gern auch in größerer Runde.





“Starte jetzt deine Karriere”

21 01 2007

…steht in der Betreffzeile der Mail, die mich gerade erreicht hat. Das ist interessant, denn mit dem Referendariat endet in diesen Wochen wieder einmal ein Lebensabschnitt, ohne daß ich bisher wüßte, wohin die Reise in den nächsten Monaten geht. Auch wenn es sich also mutmaßlich um eine Werbemail handelt, klicke ich dennoch neugierig hin.

Und was ich jetzt lese, läßt mich fast den Sonntagskaffee über den Bildschirm prusten:

“Guten Tag,

haben Sie schon etwas von der lukrativen Verdienstmöglichkeit EROTIKDARSTELLER/MODEL gehört?”

Natürlich habe ich davon gehört. Ich vertrete zwar nach wie vor die These, daß Sexualität in unserer Gesellschaft völlig überbewertet wird, bin aber auch nicht völlig von vorgestern.

Allerdings frage ich mich, wie mit dieser Masche Geld verdient wird. Die wenigsten angemailten Personen dürften sich körperlich oder psychisch wirklich für diese Tätigkeit eignen, von der moralischen Seite mal ganz abgesehen. Wahrscheinlich geht es also wieder einmal darum, irgendwelchen Ahnungslosen eine “Gebühr” für irgendeine wertlose Registrierung o.ä. “Services” abzunehmen. Andererseits, soetwas wie den “Pornoanwalt” gibt es vielleicht noch nicht, das wäre doch auch eine Geschäftsidee…

Lust, auf den unvermeidlichen Weblink zu klicken, habe ich jedenfalls nicht.





Such mir ´nen Job…

12 01 2007

Die FAZjob-Suchmaschine ist schon toll. Mit ein paar Klicks erstellt man ein persönliches Profil, das ungefähr der eigenen Qualifikation entspricht. Und dann bekommt man jeden Tag eine Email mit frischen Stellenanzeigen, die meist erst ein paar Tage später in der Druckausgabe erscheinen. Manche Angebote sind allerdings eher zum Schmunzeln. Warum z.B. mir als Jurist ausgerechnet eine Stellenanzeige für Fitnesstrainer gezeigt wird, bleibt wohl das ewige Geheimnis der Suchmaschine. Allerdings hat die mich auch noch nie z.B. Seilspringen sehen - einer der vielen Balanceakte, der mir schon in der Grundschule nicht gelang. Wie wäre es stattdessen mit einer neuen Rubrik “Schreibtischtäter”?

Zur Ehrenrettung von FAZjob muß ich allerdings hinzufügen, daß mir die Suchmaschine der Arbeitsagentur auch schon einmal einen Arbeitsplatz als Koch in einer Großkantine angeboten hat. Gesucht hatte ich damals nach Stellen für Diplom-Juristen.