Two Torts, One Contract, Eight Courts

11 06 2007

Wer am Mittwochabend in Göttingen ist und noch nichts vor hat, sollte um 18.15 Uhr den Hörsaal ZHG 003 besuchen. Dort spricht Prof. Leo P. Martinez von der University of California auf Einladung der Deutsch-Amerikanischen Juristen-Vereinigung zum Thema

Two Torts, One Contract, Eight Courts
and the United States Constitution:
A Twenty-Three Year Odyssey

Dabei geht es um den Fall State Farm Mutual Automobile Ins. Co. v. Campbell, dem ein komplexes Verhältnis zwischen Vertrags- und Deliktsrecht zugrundeliegt. Nicht weniger als acht Urteile wurden von den Gerichten gefällt, und schließlich beschäftigte sich auch der United States Supreme Court mit dem Fall, der mit einer Verurteilung  zu 145 Mio. Dollar Strafschadensersatz endete.





Auf zum Mond!

9 05 2007

Schon seit der Antike ist der Mond bestaunt, beschrieben und besungen worden. Kein anderer Himmelskörper ist so im kollektiven Bewußtsein verankert wie der Mond, über den es unzählige Lieder, Gedichte und Geschichten gibt. Seine Phasen sollen an Schlaflosigkeit und allerlei Zipperlein schuld sein, und für Ebbe und Flut sorgt er bekanntlich auch.

Der Erdtrabant ist - abgesehen von der Erde - schließlich der einzige Platz im Weltraum, der von Menschen jemals betreten worden ist. Was aber wollen wir dort eigentlich? Existieren dort Rohstoffe, nach denen sich zu graben lohnt? Könnte man auf dem Mond Kolonien errichten? Befinden wir uns vielleicht längst in einem Wettrennen um die schönsten und wertvollsten Lunargrundstücke? Und was sagt eigentlich der Mann im Mond dazu?

Diese und viele andere Fragen wird der finnische Weltraumforscher Esa Vilenius vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau am morgigen Donnerstag, dem 10. Mai in seinem Vortrag beantworten, der in englischer Sprache stattfindet. Treffpunkt ist die Katholische Hochschulgemeinde Göttingen, Kurze Straße 13 um 20.00 Uhr. Der Vortrag  findet im Rahmen des monatlichen THESIS-Stammtischs statt. Alle Interessierten, egal ob promovierend oder nicht, sind herzlich willkommen!





Thomas Buergenthal erhält Göttinger Ehrendoktorwürde

19 04 2007

Der amerikanische Rechtsprofessor und Richter am Internationalen Gerichtshof Thomas Buergenthal erhält heute während eines Festakts die Ehrendoktorwürde der Universität Göttingen. Buergenthal, der das KZ Auschwitz und einen Todesmarsch überlebte, hat nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs einige Jahre in Göttingen gelebt und am Felix-Klein-Gymnasium sein Abitur gemacht. Damals wurde er “[b]eim Anblick der friedlichen deutschen Familien auf Sonntagsspaziergang [...] von Rachegedanken geplagt” - verständlicherweise, möchte man hinzufügen. Heute fühlt sich Buergenthal wieder wohl in Deutschland.

Im Jahre 1951 wanderte Buergenthal in die USA aus, wo er eine steile juristische Karriere begann. Besonders die Durchsetzung der Menschenrechte in den weniger glücklichen Teilen der Welt war ihm immer ein wichtiges Anliegen. Inzwischen ist auch seine Autobiographie “Ein Glückskind” erschienen.





Antifa mal stylish

28 02 2007

Wer in Göttingen lebt, gewöhnt sich mit der Zeit an den militaristisch-direkten Stil der überall in der Stadt zu findenden Antifa-Plakate. In bester stalinistisch-miefiger Tradition wird die Ikonographie des Terrors benutzt, um für Kameradschaftsabende und je nach Anlaß gegen die Globalisierung, das Kapital, die internationale Ausbeuterverschwörung oder den fiesen deutschen Nazi-Beamten-Staat zu hetzen. Farblich bewegen sich die oft professionell layouteten und gedruckten Machwerke zumeist in Schwarz-Weiß-Rot und lehnen sich damit bewußt an die Farben bestimmter historischer Herrschaftssysteme (und, zufällig oder nicht, diverser Zigarettenmarken) an.

Geradezu erstaunlich modern wirken daher jene Plakate, die ich gerade in meiner Nachbarschaft entdeckt habe: In einem fröhlichen Hellrosa wirbt die Antifa derzeit für einen Anti-G8-Summit (was immer das sein mag) mit anschließender Party und - man höre und staune - Cocktail-Lounge! Auf die internationale Solidarität der Arbeiterklasse kann man jetzt also endlich auch stilvoll in der Chill-Out-Area mit Cuba Libre und Long Island Ice Tea anstoßen. Freundschaft!





Smarter Anwalt

20 12 2006

Wer hätte das gedacht: Es gibt zumindest einen smarten Anwalt in Deutschland. Mehr auf dieser Homepage.





Die Grünen geben alles

6 09 2006

Weil es ein Leben neben dem Examen gibt, saß ich heute abend mit Freunden in einer bekannten Göttinger Kneipe in der Nähe des Wochenmarktes. Und weil in Niedersachsen am Sonntag die Kommunalwahlen anstehen, haben sich heute die Grünen in der Innenstadt zu einer Wahlkampfveranstaltung versammelt. So verwunderte es nicht, daß sich ein paar Tische weiter Claudia Roth und Jürgen Trittin niederließen, während fleißige Wahlhelfer grüne Wahlprogramme und Streichholzbriefchen verteilten. Die Spitzenpolitiker erhoffen sich - wohl nicht ganz zu unrecht - in der Universitätsstadt ein besonders hohes Wählerpotential.

Für den morgigen Abend hat sich dann Oskar Lafontaine in Göttingen angesagt, der sicher sein ganzes demagogisches Gewicht für die SED-PDS-Linkspartei (oder vielleicht doch die WASG?) in die Waagschale werfen wird. Am Sonntagabend werden wir dann wissen, wie die Kräfteverhältnisse in der Stadt und den umliegenden Landkreisen in den nächsten Jahren aussehen werden.





Brand in Göttinger Universität

28 07 2006

Aus noch ungeklärter Ursache ist am gestrigen Abend das Oeconomicum auf dem Campus der Universität Göttingen in Brand geraten. Bei den Löscharbeiten im Keller ist laut Angaben der Polizeipresse ein Feuerwehrmann ums Leben gekommen. Aufgrund der Brandschäden wird das Gebäude wahrscheinlich für eine gewisse Zeit in der Nutzung eingeschränkt sein, was vor allem Studierende der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften betrifft.

Nachtrag: Einen detaillierten Bericht sowie Fotos gibt es auf den Seiten des Kreisfeuerwehrverbandes Göttingen.





In das “beste Stück” gebissen

26 07 2006

Nachdem ein vierzehnjähriger Göttinger in der letzten Nacht von Passanten beim “Mülltonnentreten” erwischt worden ist, hat er sich mit diesen nicht nur eine Verfolgungsjagd geliefert, sondern auch noch einem der Verfolger in den Unterschenkel und das (Originalton Polizeibericht) “beste Stück” gebissen. Bei einer anschließenden Blutprobe wurde eine BAK von 1,19 Promille festgestellt.

Das hätte ich mich mit vierzehn nicht getraut.





Braucht Göttingen eine Wochenzeitung?

21 07 2006

Sie ist als ambitioniertes Projekt gestartet, innerhalb weniger Monate aber mangels wirtschaftlichen Erfolges wieder eingestellt worden: die Göttinger Wochenzeitung. Das linksliberale bis -alternative Blatt wollte eine Gegenöffentlichkeit zum SPD-nahen Göttinger Tageblatt darstellen und berichtete aus einer kritischen Perspektive über die Region. Die bisherigen Ausgaben der Göttinger Wochenzeitung können auf ihrer Homepage übrigens als PDF-Dateien heruntergeladen werden.

Die genossenschaftlich organisierte Zeitung ist nun insolvent, auf einem Spenderkonto sind aber inzwischen 16.000 Euro eingegangen, die ihr Überleben sichern sollen. Angesichts dieser Entwicklung stellt sich natürlich die Frage, ob es genügt, eine Wochenzeitung allein für die Göttinger Region herauszubringen. Möglicherweise ist eine Regionalzeitung auf Papier auch ein Anachronismus, den sich immer weniger Menschen leisten wollen, weil sie ihre Informationen immer stärker aus dem Internet beziehen. Mit diesem Problem haben auch die etablierten Zeitungen zu kämpfen.