Obiter Dictum

Bachelorette

Freitag, 7. August 2009 · 8 Kommentare

Hohl wie Brot, aber immerhin von Spiegel Online interviewt.

Ich habe selten ein Interview gelesen, bei dem ich fast jeder einzelnen Aussage widersprechen möchte. Aber keine Angst, das tue ich an dieser Stelle nicht, sonst würde das ein sehr langer Blogartikel. Stattdessen sei mir nur der Hinweis auf Verena Haase gestattet, die sich am Ende der Ausbildung zur Medieninformatik-Bachelorette befindet (ich sage dazu bewusst nicht Studium) und bei Spiegel Online ihre Bachelor-Ausbildung über den grünen Klee lobt – denn da geht es schließlich zielstrebig voran, da wird auch mal zehn Stunden durchgearbeitet und nicht nur gefeiert wie bei den Diplom- und Staatsexamensabschlüssen.

Derart geballter Unsinn kommt also am Ende einer verschulten Schmalspurausbildung heraus. Und Frau Haase wundert sich noch ernsthaft darüber, dass am Ende die Diplomanden die Jobs bekommen.

Kategorien: Deutschland · Europa · Wissenschaft

8 Antworten bis hierher ↓

  • RA JM // Freitag, 7. August 2009 um 18:15 | Antworten

    Bachelorette – und ich dachte schon, es ging um die unsägliche Giulia Siegel. ;-)

  • Hendrik // Samstag, 8. August 2009 um 08:30 | Antworten

    Die junge Streberin sieht man in ein paar Jahren in der Psychiatrie wieder. Burnout oder zumindest Depression, wenn sie die Augen mal aufmacht.

  • AH // Samstag, 8. August 2009 um 10:44 | Antworten

    Dieses Interview ist wahrlich keine gute Werbung für den Bachelor. Wir haben aus Pietätsgründen darauf verzichtet, es zu bloggen ;-)

  • AH // Samstag, 8. August 2009 um 10:49 | Antworten

    Großartig auch, wenn sie von ihrer FH als „Uni“ spricht. Sechs Semester reichen offenbar nicht aus, den eigenen Hochschultyp richtig wahrzunehmen. Ein wahres Eilstudium.

  • inflationaer // Samstag, 8. August 2009 um 14:05 | Antworten

    Ich würde den Herren mal empfehlen, ein Bachelor-Studium zu beginnen – sofern die Zulassungsvoraussetzungen überhaupt erfüllt werden. Aber bitte gut am hohen Ross festhalten ;)

  • Kand.in.Sky // Sonntag, 30. August 2009 um 11:23 | Antworten

    Das Interview wundert nicht, die Autorin ist nicht älter das interviewte Objekt. irgendwie hat man da seine Vorurteile bestätigt. Die zukünftige CDU-Wählerin („Viele Absolventen, die ich kenne, meinen im Nachhinein, dass ein bisschen mehr Zeit nicht schlecht gewesen wäre. Aber was hätten die denn mit dem mehr an Zeit angefangen? Die meisten sitzen dann nicht am Schreibtisch, sondern gehen jeden Abend einen trinken.“) wird sicher auch bald für SPIEGEL schrieben dürfen.

    #k.

  • Jo // Dienstag, 15. September 2009 um 20:49 | Antworten

    Ein sehr unterhaltsamer und zugleich trauriger Blick auf das drastisch sinkende Niveau des deutschen Bildungssystems, bestätigt aber nur die regelmäßig eigenen Erfahrungen im Kontakt mit wandelnden Bachelor-Master-Modulen.

    Warum geschieht eigentlich hochschulpolitisch gegen diesen Entbildungsblödsinn Bachelor aktuell nichts, ist die geistige Verfasstheit der Studenten wirklich schon so träge und unintellektuell?

    Dass die Modulkopfjuristen den gleichen Weg in den intellektuellen Abgrund gehen kann man leicht erkennen, wenn man sich die oberflächlichen und trivialverbalen Mentalitäten vieler heutiger Studenten anschaut und vergleicht mit den intellektuelleren noch unmodularisierten.

  • bengoshi // Dienstag, 24. November 2009 um 12:30 | Antworten

    Vielleicht muss man es sich auch schönreden, wenn man keine Alternativen hat.

    Aber so langsam setzt sich wohl Einsicht durch:

    http://www.faz.net/s/Rub7FC5BF30C45B402F96E964EF8CE790E1/Doc~E0163B54DCDE04AE9A36E0BE29EC7C535~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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