Hohl wie Brot, aber immerhin von Spiegel Online interviewt.
Ich habe selten ein Interview gelesen, bei dem ich fast jeder einzelnen Aussage widersprechen möchte. Aber keine Angst, das tue ich an dieser Stelle nicht, sonst würde das ein sehr langer Blogartikel. Stattdessen sei mir nur der Hinweis auf Verena Haase gestattet, die sich am Ende der Ausbildung zur Medieninformatik-Bachelorette befindet (ich sage dazu bewusst nicht Studium) und bei Spiegel Online ihre Bachelor-Ausbildung über den grünen Klee lobt – denn da geht es schließlich zielstrebig voran, da wird auch mal zehn Stunden durchgearbeitet und nicht nur gefeiert wie bei den Diplom- und Staatsexamensabschlüssen.
Derart geballter Unsinn kommt also am Ende einer verschulten Schmalspurausbildung heraus. Und Frau Haase wundert sich noch ernsthaft darüber, dass am Ende die Diplomanden die Jobs bekommen.



Bachelorette – und ich dachte schon, es ging um die unsägliche Giulia Siegel.
Die junge Streberin sieht man in ein paar Jahren in der Psychiatrie wieder. Burnout oder zumindest Depression, wenn sie die Augen mal aufmacht.
Dieses Interview ist wahrlich keine gute Werbung für den Bachelor. Wir haben aus Pietätsgründen darauf verzichtet, es zu bloggen
Großartig auch, wenn sie von ihrer FH als “Uni” spricht. Sechs Semester reichen offenbar nicht aus, den eigenen Hochschultyp richtig wahrzunehmen. Ein wahres Eilstudium.
Ich würde den Herren mal empfehlen, ein Bachelor-Studium zu beginnen – sofern die Zulassungsvoraussetzungen überhaupt erfüllt werden. Aber bitte gut am hohen Ross festhalten
Das Interview wundert nicht, die Autorin ist nicht älter das interviewte Objekt. irgendwie hat man da seine Vorurteile bestätigt. Die zukünftige CDU-Wählerin (“Viele Absolventen, die ich kenne, meinen im Nachhinein, dass ein bisschen mehr Zeit nicht schlecht gewesen wäre. Aber was hätten die denn mit dem mehr an Zeit angefangen? Die meisten sitzen dann nicht am Schreibtisch, sondern gehen jeden Abend einen trinken.”) wird sicher auch bald für SPIEGEL schrieben dürfen.
#k.
Ein sehr unterhaltsamer und zugleich trauriger Blick auf das drastisch sinkende Niveau des deutschen Bildungssystems, bestätigt aber nur die regelmäßig eigenen Erfahrungen im Kontakt mit wandelnden Bachelor-Master-Modulen.
Warum geschieht eigentlich hochschulpolitisch gegen diesen Entbildungsblödsinn Bachelor aktuell nichts, ist die geistige Verfasstheit der Studenten wirklich schon so träge und unintellektuell?
Dass die Modulkopfjuristen den gleichen Weg in den intellektuellen Abgrund gehen kann man leicht erkennen, wenn man sich die oberflächlichen und trivialverbalen Mentalitäten vieler heutiger Studenten anschaut und vergleicht mit den intellektuelleren noch unmodularisierten.
Vielleicht muss man es sich auch schönreden, wenn man keine Alternativen hat.
Aber so langsam setzt sich wohl Einsicht durch:
http://www.faz.net/s/Rub7FC5BF30C45B402F96E964EF8CE790E1/Doc~E0163B54DCDE04AE9A36E0BE29EC7C535~ATpl~Ecommon~Scontent.html
Wozu die Aufregung? Schlichte Gemüter sind mit – behaupte ich – grundsätzlich jeder beruflichen Qualifiaktion vereinbar. Und eine behütete Jugend bringt auch nicht lebenserfahrene, sondern eher ziemlich unerfahrende junge Erwachsene hervor. Nur ist Jungsein eine Untugend, die sich von selbst erledigt.
Ob das nun aber mit der gewählten Ausbildung zu tun hat, wag ich zu bezweifeln. Ich finde ohenhin erstaunlich, dass es für Volljuristen so unerträglich zu sein scheint, eine andere Art der Berufsausbildung (die sie nebenbei nciht kennen können) in ihrem Bereich zu dulden.
Zusatz:
Ich gehöre zu den sog. geburtenstarken Jahrgängen und damit zum künftigen demografischen Problem in Deutschland. Mit einem “etwas” zurückliegenden Erststudium (20 Jahr) bewaffnet absolviere ich gerade ein Fernstudium (igitt), Ziel LL B. Das Level hat m.E. Fachwirtecharakter und ist natürlich (leider) nicht auf grundlegende Problemlösungen ausgelegt. Andererseits kann ich es jedem nur wärmstens empfehlen, der aus einer fachlich anderen Ecke kommt und sich grundlegende Kenntnisse in einem anderen Bereich aneignen möchte. Mit denen man nicht unbedingt als Anwalt oder Richter tätig sein sollte (und lt. RDG auch nicht kann), die aber auch in vielen anderen beruflichen Kontexten nicht schaden. Persönlich denke ich, dass man für egal welche Ausgangsqualifiaktion das über den Tellerrand Schauen wieder salonfähig machen sollte. Statt – wie bisher – von einzelnen Studiengängen die allumfassende Weisheit zu verlangen und sie gegeneinander auszuspielen. Auch wenn das dann den einschichtigen Vorstellungen von Personalrecruiteren einiges Kopfzerbrechen machen dürfte …