“Ich bin von der Behörde…”

30 05 2007

Wer in der Zulassungsabteilung eines Arzneimittelherstellers oder in einer auf Pharmarecht spezialisierten Anwaltskanzlei arbeitet, kann dieser Tage leicht in eine Falle laufen: Im Rahmen von Telefonumfragen versuchen Unbekannte, vertrauliche Unternehmensinformationen abzufragen. Das Perfide dabei: Die Anrufer geben sich als Mitarbeiter des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte oder der Deutschen Geselllschaft für Regulatory Affairs (DGRA) aus, die natürlich keine Umfragen in Auftrag gegeben haben. Immerhin scheinen sich diese Leute besser vorbereitet zu haben als jene Headhunter, die telefonisch unsere Azubis abwerben wollten…





Unbekannter Feiertag

25 05 2007

Am Pfingstmontag wird in Deutschland nicht gearbeitet, sondern gefeiert (von Krankenhausärzten, Polizisten, Filmvorführern oder Gastwirten einmal abgesehen). Und das muß man seinen ausländischen Geschäftspartnern natürlich mitteilen, damit die sich nicht wundern, daß niemand ans Telefon geht oder im schlimmsten Fall einen Spediteur schicken, der dann vor verschlossenen Türen steht. Das katholische Italien hat diesen Feiertag übrigens vor einigen Jahren abgeschafft, und auch in den USA ist er unbekannt.

Die Bedeutung des Festes ist laut einer Umfrage aus dem Jahre 2004 auch 75 % Prozent der Deutschen (in den neuen Bundesländern sogar 92 %) unbekannt. Es wird also wirklich Zeit, daß der Geist über uns kommt. In diesem Sinne: Frohe Feiertage!





Mal wieder ein Lebenszeichen

22 05 2007

Wie dem Bloggerkollegen Tetzlaff vom Sartorienfelder geht es auch mir gerade: sehr viel zu tun und kaum Zeit zum Bloggen. Dabei gäbe es einiges mitzuteilen. Zum Beispiel, daß ich gerade den ersten Job als Volljurist in einem mittelständischen Pharmaunternehmen vor den Toren Hamburgs angenommen habe, wo ich mich gerade fleißig einarbeite. Daß ich dort gerade eine Wohnung suche. Und mir mein erstes Auto gekauft habe (oder besser: habe kaufen lassen, aber das ist eine lange Geschichte). Und und und…

Demnächst an dieser Stelle also mehr aus dem etwas höheren Norden als bisher, und wahrscheinlich hauptsächlich an Wochenenden und Feiertagen. Oder mal zwischendurch aus dem Zug. Denn endlich habe ich es geschafft, mir eine mobile Internetflat zuzulegen. Insgesamt also doch ganz gute Aussichten für dieses Blog.





Aktenvortrag bald auch in Hessen kurz

10 05 2007

Als letztes Bundesland hat nun auch Hessen beschlossen, den bisherigen Aktenvortrag mit dreitägiger Vorbereitungszeit durch einen Kurzvortrag mit lediglich einer Stunde Bearbeitungsdauer zu ersetzen. Der Landtag in Wiesbaden hat kürzlich das diesbezügliche Änderungsgesetz beschlossen. Die Neuregelung tritt am 1. November in Kraft und hat den Zweck, eventuellen Täuschungsversuchen durch Nutzung von Aufgabensammlungen entgegenzuwirken. Die bisher ausgegebenen Aktenstücke sind zudem teilweise mehrere Jahrzehnte alt. Das Justizprüfungsamt gibt bereits seit Anfang letzten Jahres Kurzvorträge zur Übung an die Ausbildungsstellen heraus, damit sich die Referendare auf die veränderten Prüfungsanforderungen vorbereiten können.





Auf zum Mond!

9 05 2007

Schon seit der Antike ist der Mond bestaunt, beschrieben und besungen worden. Kein anderer Himmelskörper ist so im kollektiven Bewußtsein verankert wie der Mond, über den es unzählige Lieder, Gedichte und Geschichten gibt. Seine Phasen sollen an Schlaflosigkeit und allerlei Zipperlein schuld sein, und für Ebbe und Flut sorgt er bekanntlich auch.

Der Erdtrabant ist - abgesehen von der Erde - schließlich der einzige Platz im Weltraum, der von Menschen jemals betreten worden ist. Was aber wollen wir dort eigentlich? Existieren dort Rohstoffe, nach denen sich zu graben lohnt? Könnte man auf dem Mond Kolonien errichten? Befinden wir uns vielleicht längst in einem Wettrennen um die schönsten und wertvollsten Lunargrundstücke? Und was sagt eigentlich der Mann im Mond dazu?

Diese und viele andere Fragen wird der finnische Weltraumforscher Esa Vilenius vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau am morgigen Donnerstag, dem 10. Mai in seinem Vortrag beantworten, der in englischer Sprache stattfindet. Treffpunkt ist die Katholische Hochschulgemeinde Göttingen, Kurze Straße 13 um 20.00 Uhr. Der Vortrag  findet im Rahmen des monatlichen THESIS-Stammtischs statt. Alle Interessierten, egal ob promovierend oder nicht, sind herzlich willkommen!





Mit Gefühl, schubidu…

9 05 2007

Schon um 18 Uhr singen die studentischen Nachbarn, den Grill umlagernd, laut zum CD-Spieler mit. Heute schütte ich mich zu erklingt es aus etwa einem Dutzend Kehlen. Wehmütig denke ich an meine Studentenzeit zurück und blende dabei die unangenehmen Erinnerungen (wie z.B. an durchwachte Nächte vor der Abgabe von Hausarbeiten) einfach aus. Auch wir waren jung, fröhlich und unbeschwert.

Dagegen sitze ich jetzt an zwei Vorträgen, die ich nächste Woche in Bremerhaven und Aachen halten werde. Statt Thesenpapieren für die Kommilitonen gibt es heutzutage Powerpoint-Präsentationen im corporate design.

Die Naturwissenschaftler vom AWI akzeptieren nicht einmal mehr einen deutschsprachigen Vortrag, sondern wünschen sich eine Darstellung in englischer Sprache. Wie gut, daß ich erst kürzlich in Washington ein bißchen üben konnte. Und wenn ich meine Aussprache mit der jener französischen EU-Kommissionsbeamtin vergleiche, die am Montag im Forum Hochschulbildung anläßlich der Auftaktveranstaltung zum Europäischen Bildungsprogramm in Berlin sprach, muß ich mich wahrlich nicht schämen. Die Nachbarn nebenan übrigens auch nicht. Die singen nämlich gerade ganz passabel den Refrain von Relight My Fire mit. Und das paßt schließlich gut zum studentischen Grillfest.





Neue THESIS-Website

4 05 2007

Das Promovierendennetzwerk THESIS e.V. hat eine neue Website bekommen. Neuigkeiten und Nachrichten rund um die Doktorarbeit können nun im aufgefrischten Design unter der bekannten Adresse http://www.thesis.de abgerufen werden.

THESIS-Logo





Bierzeltaufstelldauerbegrenzungsanordnung

4 05 2007

Das Managementbuch-Review (furchtbares Denglisch übrigens, warum dann nicht gleich Management Book Review?) kümmert sich in einer Rezension um Komplexität. Und erfindet sogleich ein Szenario, das die typisch deutsche Debatte und Handlungsweise abbildet, wenn es um den Erlaß eines allgemeinen Rauchverbots geht:

Der niedersächsische Minister fordert eine Ausnahme für Schützenfeste, der unterfränkische Landrat eine für Weinfeste, ein hessischer Hinterbänkler streitet für die Festlegung einer Mehrzweckzelthöchstgröße (auf Druck der Apfelweinindustrie), die Bierzeltverleiher für eine flexible Handhabung der Bierzeltbemessungsgrundlage (zählt der Schankraum mit oder nicht?) wofür eine Expertengruppe zur Erstellung einer Bierzeltbemessungsgrundlagenverordnung gegründet wird, was wiederum das Finanzministerium animiert, die Rauchergroßbierzeltsonderabgabe ins Spiel zu bringen, noch bevor sich ein andalusischer EU-Kommissar für einen Lastenausgleich stark macht (aufgrund der Annahme, der gemeine Spanier trage künftig sein Erspartes für den Raucherurlaub nach Deutschland). Und um der Gefahr zu begegnen, dass überall in Deutschland dauerhaft riesige Raucherbierzelte in die Gegend geknallt werden, muss der Herr Minister natürlich noch eine Bierzeltaufstelldauerbegrenzungsanordnung erlassen (mindestens 7 Tage, maximal 15, auf Antrag mit entsprechender Begründung und Gutachten, Verlängerung um einen Werktag möglich, Sonntage sind auf maximal 3 pro Kalenderjahr begrenzt, Feiertage nur, sofern es sich um bundeseinheitliche Feiertage handelt).”

Das Verfahren kommt mir irgendwie bekannt vor…





Examen reloaded

3 05 2007

Die hessischen Kollegen, bei denen es im letzten September nicht zum Bestehen gereicht hatte, beginnen heute zum zweiten Mal mit den Examensklausuren. Und natürlich schreiben auch eine Menge Referendare ihren ersten (und hoffentlich letzten) Versuch. Ich drücke allen die Daumen!