Alter Text an neuem Ort

26 04 2007

Wer sich wundert, auf diese Seite gelangt zu sein, obwohl eigentlich ein Text zum katholischen Verfassungsrecht gewünscht und verlinkt war, wird nun hier fündig: Die Verfassung der katholischen Kirche (PDF!).





Ein bißchen Statistik

26 04 2007

Dient es der Forschung oder bloß der Neugierde? Egal, denn ich mache jetzt mal mit bei dieser VolksWeblogzählung. Und wer sonst noch hier mitliest und selbst bloggt, darf auch gern einen Trackback auf Sajonara.de setzen.





Am Gerichtshof Ihrer Majestät

23 04 2007

Vor Gericht heißt es häufig warten, bis die Verhandlung beginnt. Und das ist für die Beteiligten, aber ebenso für die Zeugen natürlich oft unbefriedigend. In Deutschland führt aber kein Weg daran vorbei, sofern kein Strafbefehl erlassen wurde. Nur das, was zum Gegenstand der Hauptverhandlung gemacht wird, kann Grundlage des späteren Urteils sein. Dafür funktioniert die Terminierung von Verhandlungen zumeist recht gut, so daß längere Wartezeiten glücklicherweise selten sind.

In England arbeitet die Justiz offenbar ein wenig anders, denn hier ist man zwar auch Wahrheit und Gerechtigkeit verpflichtet, interpretiert diese Grundsätze aber dahingehend, daß ein Angeklagter auf schuldig plädieren und auf diese Weise eine lange Hauptverhandlung erspart wird. Das Urteil wird dann auf Grundlage dieses Parteivortrags gefällt - wobei sich der kontinentale Jurist an dieser Stelle zwingen muß, das Wort Partei für den Strafprozeß überhaupt zu benutzen. Im Gegenzug gibt es für den Angeklagten dann hinsichtlich der Strafhöhe einen Bonus.

Verhält sich ein Angeklagter anders, z.B. weil er die Beweislast anhand der eingetroffenen Zeugen abschätzen will, wird ihm dies - zumindest von den Wartenden - negativ ausgelegt. Eine englische Polizistin beschreibt den Gerichtsalltag in ihrem Blog wie folgt:

But, as is often the case, they plead not guilty and opt for Crown Court trial. That means that all the witnesses have to turn up on the day and hang around while well- spoken men and women in gowns and wigs bargain with each other. The offender was in custody but we still had his family hanging menacingly around; though we made sure that the witnesses were well away from them in the witness care area. They stay there until they are called to give evidence.

All day we paced and waited, eventually the court had whipped through the easy stuff, like plea and direction hearings and sentencing, and then, after lunch, it was our turn. So having sat there all morning we got to the point of having a jury sworn in and guess what he did (at this point anyone who knows anything about the legal process will be shouting the answer at their computer screens): he pleaded guilty. Agghhhhhh.

Das Blog The Slim Blue Line, geschrieben von sarahpolicelady, ist übrigens auch dann interessant, wenn es nicht um das Justizsystem geht, und gibt einen Einblick in die Arbeit der britischen Exekutive.





Thomas Buergenthal erhält Göttinger Ehrendoktorwürde

19 04 2007

Der amerikanische Rechtsprofessor und Richter am Internationalen Gerichtshof Thomas Buergenthal erhält heute während eines Festakts die Ehrendoktorwürde der Universität Göttingen. Buergenthal, der das KZ Auschwitz und einen Todesmarsch überlebte, hat nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs einige Jahre in Göttingen gelebt und am Felix-Klein-Gymnasium sein Abitur gemacht. Damals wurde er “[b]eim Anblick der friedlichen deutschen Familien auf Sonntagsspaziergang [...] von Rachegedanken geplagt” - verständlicherweise, möchte man hinzufügen. Heute fühlt sich Buergenthal wieder wohl in Deutschland.

Im Jahre 1951 wanderte Buergenthal in die USA aus, wo er eine steile juristische Karriere begann. Besonders die Durchsetzung der Menschenrechte in den weniger glücklichen Teilen der Welt war ihm immer ein wichtiges Anliegen. Inzwischen ist auch seine Autobiographie “Ein Glückskind” erschienen.





Die wollen mein Geld nicht

17 04 2007

Gern würde ich ein wenig Geld ausgeben. Für etwas musikalische Abwechslung im MP3-Format, die mein Palm auf längeren Bahnfahrten abspielen kann. Aber so einfach ist das nicht, wenn man in Deutschland legale, DRM-freie Musik kaufen möchte. Anstatt einfach in die nächste russische Downloadbude zu investieren, möchte ich nämlich die Künstler unterstützen - ein wenig echtes Geld für gute Musik.

Leider ist die Realität ernüchternd: Die Shops, die mich ohne Installation einer lästigen Zusatzsoftware hereinlassen, bieten mir nur WMA-Files an, die ich aufwendig mit mutmaßlich illegaler Software in MP3s umwandeln müßte. Da kann ich mir aber auch gleich die CD kaufen und die Titel rippen, und ich bekomme neben der Sicherheitskopie noch ein hübsches Booklet dazu. Weil ich aber recht selten in ein CD-Geschäft komme, verschiebe ich meinen Kauf auf irgendwann später und höre stattdessen das, was schon lange im CD-Regal und auf der Festplatte schlummert.

Liebe Musikindustrie, ich fürchte, so wird das nichts mit uns.





Anspruch entstanden?

13 04 2007

Der Beamte, der beim Personalmanagement anruft, ist ganz begeistert. Endlich einmal habe der Staat mitgedacht, für Leute in seiner Situation wäre es schließlich schon schwer genug. Seit der Trennung von seiner Frau sei es ihm nicht nur emotional, sondern auch finanziell schlecht gegangen. Und deshalb wolle er diese zusätzliche Unterstützungsleistung nun gleich beantragen - das Trennungsgeld.





Unbezahlbar

11 04 2007

Ein weißes Hemd, XXL - 49,- €

Eine rote Seidenkrawatte - 24,- €

Ein Becher Kaffee to go am Göttinger Bahnhof - 1,10 €

Sich auf dem Weg zum Bewerbungsgespräch im Zug den halben Becher Kaffee über die Klamotten gießen, an einem Umsteigebahnhof im Schweinsgalopp eine neue Krawatte kaufen, die Sache mit Humor und als Aufhänger für das Interview nehmen, das dann (trotz der Kaffeeflecken) sehr nett und zugleich recht konstruktiv verläuft - unbezahlbar!





Das Jurastudium - bloße Weiterbildung?

9 04 2007

Sind Sie Bank- oder Sparkassenkaufmann? Und verfügen Sie über eine qualifizierte Weiterbildung (z.B. Betriebswirt, Jurist oder Immobilien-Ökonom)?

So zu lesen in einer Stellenanzeige. Wenn diese Anzeige die allgemeine Weltsicht der Banker repräsentiert, dann mal gute Nacht.