Die Akte für den Vortrag

19 02 2007

Seit heute arbeite ich an der definitiv letzten Akte meines Referendariats. Es handelt sich um die Aufgabe für den Aktenvortrag, der in Hessen noch bis Ende des Jahres in der Langform gehalten wird. Das bedeutet eine echte, mehrere Dutzend Seiten lange Akte und drei Tage Vorbereitungszeit.

Zum Inhalt der Akte darf ich, anders als bei den Klausuraufgaben, öffentlich nichts sagen. Einerseits ist es mir nämlich verboten, mit Dritten über den Fall zu reden, denn das könnte als Täuschungsversuch ausgelegt werden und zum Nichtbestehen des gesamten Examens führen. Andererseits könnte die Akte bis zur Einführung des Kurzvortrags nochmal ausgegeben werden, und eine bekannte Aufgabenstellung verzerrt möglicherweise die Prüfungsleistung.

Nur soviel: Die Akte ist gute 20 Jahre alt und damit geradezu taufrisch – wenn man bedenkt, daß immer noch Fälle aus den 1960er und 1970er Jahren ausgegeben werden. Sie spielt in einem illustren Nebengebiet des Zivilrechts und hat einige nette prozessuale Besonderheiten, scheint aber recht gut lösbar zu sein. Jedenfalls arbeite ich am Abend des ersten Bearbeitungstages schon an der Ausformulierung des Vortragstextes und habe in den nächsten Tagen noch genug Zeit, um in Ruhe mögliche Ungereimtheiten der Lösung aufzuspüren und am Vortragsstil zu feilen.

Und dann, am Donnerstagabend, wird mein Referendariat nach fast 26 Monaten vorbei sein. Trotz einiger Kritikpunkte ziehe ich insgesamt eine recht positive Bilanz der Ausbildung. Ich bin mit der Entscheidung für die Ausbildung in Hessen sehr zufrieden und würde wieder dorthin gehen. Doch vor der Sentimentalität ist noch ein einziges Mal volle Konzentration angesagt.


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7 Antworten

19 02 2007
Uwe

Alles Gute für Donnerstag!

19 02 2007
Christian

Danke!

19 02 2007
Jochen

Auch ich drücke Dir natürlich kräftig die Daumen!
Muss der Vortrag völlig frei gehalten werden, oder sind (wie bei den Kurzvorträgen) Notizen erlaubt?

19 02 2007
Christian

Ganz frei wäre schön, aber Notizen sind erlaubt. Vor allem wenn man eine Aufgabe mit vielen verschiedenen Daten und strittigen Beträgen hat, geht es oft nicht ohne schriftliche Merkhilfen. Deutliche Punktabzüge gibt es wohl für reines Ablesen.

20 02 2007
hiwihalle

Viel Erfolg bei der Bearbeitung!

Sind in dem Fall auch die richtig fiesen Sachen versteckt, oder wird es “nur” durch die Masse an Problemen und ihre sinnvolle Darstellung schwierig?

20 02 2007
dwk

Von mir ebenfalls “alles Gute”!

21 02 2007
Alexander Hartmann

Hau rein!

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