Was man in Hausarbeiten und Klausuren liest, ist manchmal recht erstaunlich. So z.B., wenn ein Bearbeiter über viele Seiten permanent von “einhändigen Taten” spricht. Da bekommt der Begriff des einarmigen Banditen plötzlich eine völlige neue Bedeutung. Gemeint war leider die eigenhändige Tat.
Sehr schön finde ich auch den Begriff “strafbegründete Mordmerkmale”, noch besser allerdings den “Devolutions- und Subventionseffekt”, den angeblich die Staatsanwaltschaft bewirken soll. Hat der Chef in der Vorlesung vielleicht etwas genuschelt?
Stutzig machen mich auch Sätze wie “Ob das Verhalten des Anwalts strafbar ist, kann ich nicht sagen. Vielleicht könnte das Gericht ja eine Rüge aussprechen – wenn es soetwas gibt.” Sowas gibt es vielleicht, aber die Arbeit am Gesetz wäre mir dann doch lieber gewesen.
Schließlich gibt es Prüflinge, die ihre Arbeit nicht nur unterschreiben, sondern sogleich eine eidesstattliche Versicherung abgeben, die Arbeit selbst geschrieben und nur zugelassene Hilfsmittel verwendet zu haben. Das ist zwar nett gemeint, aber für eine einfache Hausarbeit oder Klausur dann doch etwas großformatig.


“sondern sogleich eine eidesstattliche Versicherung abgeben, die Arbeit selbst geschrieben und nur zugelassene Hilfsmittel verwendet zu haben”
Im nächsten Semester lernen sie dann, daß der Korrekturassistent keine zur Abnahme von Eiden befugte Stelle ist.
[...] In Christian Säfkens Blog Obiter Dictum las ich Stilblüten aus Hausarbeiten und Klausuren. Das kann ich zurückgeben. Es ist zwar keine Stilblüte, aber einfach zu schön, was mir mal ein Korrekturassistent an den Rand einer Klausur geschrieben hatte: Oberfläschig! [...]
Hahaha, das ist wirklich witzig. Am besten hat mir der einarmige Bandit, der seine Sonderdelikte einhändig begeht und daher wohl straffrei bleibt.
Bitte weitere Beispiele bringen.
das mit der Eidesstattlichen Erklärung hat seinen Hintergrund: es gibt Profs, die verlangen dass das da steht, sonst gibts punktabzug.
Meine Lieblingsstilblüte ist ein Aktenvermerk:
“Zeugin M. hat entbunden und kann neu geladen werden.”
Frauenfeindlich? Möglich. Aber irgendwie völlig korrekt…