Ein Stöckchen

31 07 2006

Warum bloggst du?
Angefangen habe ich, weil ich neugierig war und sehen wollte, wie ein Blog funktioniert. Danach stellte es sich als ideale Möglichkeit heraus, um meinen größeren Freundes- und Bekanntenkreis zu informieren und einige Mails einzusparen. Durch den Kontakt mit anderen Jurabloggern kam relativ schnell eine fachliche Komponente hinzu. Außerdem dient mir das Blog als Gedächtnisstütze sowie als virtuelles und weltweit einsehbares Notizbuch. Schließlich darf ich wohl auch eine gewisse Selbstdarstellungskomponente nicht vergessen.

Seit wann bloggst du?
Seit dem 28.03.2004.

Selbstportrait:
Rechtsreferendar, 30, mit Hang zu Literatur, klassischer Musik, (zu viel) gutem Essen und allem, was sonst noch Spaß macht.

Warum lesen deine Leser dein Blog?
Das sollten meine Leser selbst beantworten. In den Kommentaren zu diesem Eintrag ist genug Platz für viele Erklärungen.

Welche war die letzte Suchanfrage, über die jemand auf deine Seite kam?
Referendare Kassel Trinktest

Welcher Deiner Blogeinträge bekam zu Unrecht zu wenig Aufmerksamkeit?
Insgesamt bin ich mit der Besucherzahl und den vielen Kommentaren in meinem neuen Blog sehr zufrieden. Gewundert hat mich allerdings, daß den Beitrag Von einer Mordhauptstadt in die andere bisher niemand kommentiert hat.

Dein aktuelles Lieblingsblog?
Buchhändleralltag und Kundenwahnsinn. Was Frau Aci dort über Teile ihrer Kundschaft schreibt, läßt mich schmunzeln. Oder empört mit den Fingern auf dem Schreibtisch trommeln.

Welches Blog hast du zuletzt gelesen?
Udo Vetters Law Blog, das Kanzleialltagsblog schlechthin.

Wie viele Feeds hast du gerade im Moment abonniert?
Um die 300.

An welche vier Blogs wirfst du das Stöckchen weiter und warum?
Agnellus - endlich wieder in Deutschland.
Andere Ansicht - frisch examiniert.
grapf.log - Göttinger Nachbarblog mit phantastischen Fotos.
…jurabilis! - Berlin, New York, …

All die, denen ich ein Stöckchen zugeworfen habe, geben bitte auf dieser Seite die Nummer 1431121232 an. Hier kann man sehen, wie weit das Stöckchen schon geflogen ist.

Herzlichen Dank auch an RA Philipp Munzinger, der mir das Stöckchen zugeworfen hat.





Wieder da und gleich wieder weg

31 07 2006

Gerade zurück aus Ostfriesland geht es gleich schon wieder nach Kassel zum Klausurenkurs. Und das, obwohl ein bekannter norddeutscher Repetitor davor warnt, zuviele Klausuren zu schreiben und darüber das Lernen zu vernachlässigen. Originalton: “Die Sau wird vom Wiegen nicht fett.” Trotzdem werde ich die Sau heute nochmal wiegen. Gefüttert wird sie in den nächsten Tagen noch genug, denn in dieser Woche steht hessisches Verwaltungsrecht auf dem Programm.





Kleine Blogpause

28 07 2006

Da ich mich heute abend auf den Weg in die ostfriesische Provinz machen werde, um morgen auf der Hochzeit einer Studienfreundin und ihres Freundes zu tanzen, wird es hier am Wochenende keine neuen Einträge geben. Über Kommentare, Mails, Linktips und sonstige Anregungen freue ich mich natürlich immer, ab Sonntagabend geht es dann an dieser Stelle weiter.





Leider kein Party-Grundrecht

28 07 2006

Folgendes schrieb mir gerade eine junge Dame in die Kommentare meines alten Blogs, passenderweise zu einem Eintrag mit dem Titel “Ein Grund(gesetz) zum Feiern”:

Meine frage ist volgende:
Mein 17 Geburtstag steht vor der Tür.Meine Nachbern beschweren sich jedes mal,obwohl ich ihnnen mindestens eins bis zwei Wochen vorher bescheid sage,dass es lauter werden könnte und länger geht.Ich wollte ihnen gerne einen netten Brief schreiben das sie endlich mal verständniss zeigen.Meine Mutter meinte ich sollte ein Gesezt mit rein schreiben was aussagt das man einmal im Monat länger als 22 Uhr lauter sein darf.Könnten Sie mir vieleicht einen Rat geben wie ich das am besten hin bekomme?? Schon mal im vorraus vielen Dank. Mit freundlichen Grüßen

Liebe Kommentatorin, so habe ich das mit dem “Grund(gesetz) zum Feiern” leider nicht gemeint, und ich habe das Gefühl, daß Sie außer der Überschrift nichts von meinem Beitrag gelesen haben. Auch bin ich kein Rechtsanwalt, der Sie eingehend rechtlich beraten dürfte - schon gar nicht online.

Es sei mir aber doch ein kleiner Hinweis gestattet: Ein Gesetz, daß das Lärmen nach 22 Uhr einmal monatlich erlaubt, ist mir nicht bekannt. Es gibt auch kein Grundrecht darauf, regelmäßig seinen Nachbarn mit Partylärm auf die Nerven zu gehen. Natürlich könnten Sie es mit einem freundlichen Gespräch mit Ihren Nachbarn probieren, aber denken Sie daran, daß Sie sie zu nichts zwingen können. Oder drehen Sie die Musik ab zehn einfach mal ein bißchen leiser - man kann sich bei einem gekühlten Getränk ja auch mal etwas leiser unterhalten.





Neue Stilblüten aus dem Korrekturlabor

28 07 2006

Was man in Hausarbeiten und Klausuren liest, ist manchmal recht erstaunlich. So z.B., wenn ein Bearbeiter über viele Seiten permanent von “einhändigen Taten” spricht. Da bekommt der Begriff des einarmigen Banditen plötzlich eine völlige neue Bedeutung. Gemeint war leider die eigenhändige Tat.

Sehr schön finde ich auch den Begriff “strafbegründete Mordmerkmale”, noch besser allerdings den “Devolutions- und Subventionseffekt”, den angeblich die Staatsanwaltschaft bewirken soll. Hat der Chef in der Vorlesung vielleicht etwas genuschelt?

Stutzig machen mich auch Sätze wie “Ob das Verhalten des Anwalts strafbar ist, kann ich nicht sagen. Vielleicht könnte das Gericht ja eine Rüge aussprechen - wenn es soetwas gibt.” Sowas gibt es vielleicht, aber die Arbeit am Gesetz wäre mir dann doch lieber gewesen.

Schließlich gibt es Prüflinge, die ihre Arbeit nicht nur unterschreiben, sondern sogleich eine eidesstattliche Versicherung abgeben, die Arbeit selbst geschrieben und nur zugelassene Hilfsmittel verwendet zu haben. Das ist zwar nett gemeint, aber für eine einfache Hausarbeit oder Klausur dann doch etwas großformatig.





Brand in Göttinger Universität

28 07 2006

Aus noch ungeklärter Ursache ist am gestrigen Abend das Oeconomicum auf dem Campus der Universität Göttingen in Brand geraten. Bei den Löscharbeiten im Keller ist laut Angaben der Polizeipresse ein Feuerwehrmann ums Leben gekommen. Aufgrund der Brandschäden wird das Gebäude wahrscheinlich für eine gewisse Zeit in der Nutzung eingeschränkt sein, was vor allem Studierende der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften betrifft.

Nachtrag: Einen detaillierten Bericht sowie Fotos gibt es auf den Seiten des Kreisfeuerwehrverbandes Göttingen.





Vergeßt die Vereinten Nationen

27 07 2006

Wer sich mit internationaler Politik und Völkerrecht beschäftigt, stößt früher oder später zwangsläufig auf eine internationale Organisation mit dem Namen Vereinte Nationen. War sie bei ihrer Gründung als Kontakt- und Verhandlungsforum zur Bewältigung internationaler Krisen noch gut gemeint, hat sie sich in den darauffolgenden Jahrzehnten als unfähig erwiesen, Kriege zu verhindern und Menschenrechte zu sichern. Von einer “UN-Weltregierung”, die an die Stelle der souveränen Nationalstaaten tritt, träumen deshalb wohl nur noch wenige. Angesichts der Tatsache, daß es sich bei der UN-Vollversammlung im wesentlichen um einen Club der Diktaturen handelt, die mit Grund- und Menschenrechten in ihren eigenen Staaten nicht viel am Hut haben, ist das wohl auch besser so.

Daß die Zustände innerhalb der Organisation allerdings so verkommen sind, wie es der langjährige UN-Mitarbeiter Pedro A. Sanjuan in seinem neuen Buch schildert, hätte wohl niemand für möglich gehalten. Neben offenem Antisemitismus, Cliquenwirtschaft und Drogengeschäften gehören Spionage und Unterschlagung von Hilfsgeldern zum täglichen Geschäft der Weltorganisation. In der heutigen Welt ist dazu eine erschütternde Buchbesprechung zu lesen.





Vom Saulus zum Paulus

26 07 2006

Kann ein Mensch, der einen anderen Menschen aus Habgier ermordet hat, nach der Verbüßung seiner Strafe als Seelsorger arbeiten? Bernhard D., der als junger Erwachsener seine Ehefrau ermordete, ist heute als Theologe in der Nordelbischen Landeskirche tätig. Er tauft, traut, predigt und beerdigt. Spiegel Online berichtet über den Lebensweg eines reuigen Sünders, resozialisierten Straftäters und immer wieder angefeindeten Theologen.





In das “beste Stück” gebissen

26 07 2006

Nachdem ein vierzehnjähriger Göttinger in der letzten Nacht von Passanten beim “Mülltonnentreten” erwischt worden ist, hat er sich mit diesen nicht nur eine Verfolgungsjagd geliefert, sondern auch noch einem der Verfolger in den Unterschenkel und das (Originalton Polizeibericht) “beste Stück” gebissen. Bei einer anschließenden Blutprobe wurde eine BAK von 1,19 Promille festgestellt.

Das hätte ich mich mit vierzehn nicht getraut.





Arbeitszeugnisse selbst schreiben

26 07 2006

Praktikanten und Ferienjobbern, aber auch regulären Arbeitnehmern passiert es häufig, daß sie ihr Arbeitszeugnis selbst schreiben sollen. Doch für die Beschreibung der Arbeitsleistung gibt es, zum Teil bedingt durch die Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts, eindeutige Codes und feststehende Formulierungen. Wer diese nicht kennt, schadet sich mitunter selbst. Das Jobportal Monster bietet mit einer Übersicht Hilfestellung.





Volkes (hysterische) Stimme

26 07 2006

Wer einmal mit eigenen Augen lesen möchte, was man “im Volk” über die Arbeit von Strafverteidigern denkt, sollte einmal diesen Beitrag im Weblog Mord ist mein Beruf von RA Olaf Johannes und die anschließenden Kommentare lesen. Ich konnte mir eine eigene Stellungnahme nicht verkneifen.





Auf dem islamischen Auge blind

26 07 2006

Wie die taz in ihrer gestrigen Ausgabe berichtet, ist es in Bremen trotz Polizeipräsenz zu unappetitlichen und möglicherweise sogar strafrechtlich relevanten Szenen gekommen. Während jüdische Passanten von einem islamistischen Mob bespuckt und bedroht wurden, konnten Hizbullah-Anhänger ungestört Plakate mit Hakenkreuzen und Parolen wie “Vernichtet Israel” zeigen. Offenbar war bei dieser Demonstration kein einziger Beamter vor Ort, der die arabische Sprache beherrscht.

Mit von der Partie sollen auch Altlinke gewesen sein, die trotz der Entführungen von israelischen Soldaten und der Raketenangriffe auf zivile Ziele noch vom “palästinensischen Widerstand” träumen. Es bleibt zu hoffen, daß die Bremer Staatsanwaltschaft bald die Ermittlungen aufnimmt.





Adynata und Oxymoristik

26 07 2006

An dieser Stelle muß ich unbedingt einmal auf die Akademie für Analytische Irrelevanz aufmerksam machen. Diese wunderbare Einrichtung beschäftigt sich nicht nur mit der Tetrapilutomie (der Kunst, ein Haar in vier Teile zu spalten) und der Sorbitiosektion (allgemein auch als Suppeschneiden bekannt), sondern glänzt im Wesentlichen durch seine Seminare und Sammlungen von Adynata (empirischen Unmöglichkeiten) und Oxymoristik (Selbstwidersprüchlichkeit der Disziplin).

Die Akademie freut sich immer über Anregungen zur Weiterentwicklung der Seite. Abgesehen vom Bienenvölkerrecht ist die juristische Abteilung noch gänzlich leer. Ich bin mir aber sicher, daß interessierte Leser hier bald Abhilfe schaffen werden. Vorschläge nimmt die Akademie in ihrem Gästebuch entgegen.





Null Promille für Fahranfänger

25 07 2006

Nach Informationen der Tagesschau arbeitet die Bundesregierung zur Zeit an einem Gesetz, das ein absolutes Alkoholverbot für Fahranfänger vorsieht. Demzufolge soll während der Probezeit, die in der Regel zwei Jahre dauert (§ 2a StVG), die Null-Promille-Grenze gelten.

Ich frage mich, warum diese Regelung nur für Fahranfänger gelten soll. Alkoholkonsum schadet nicht nur der Gesundheit, sondern sorgt auch für Ermüdung, schlechtere Reaktionszeiten und eine höhere Unfallzahl. Wer sich mit dem Auto fortbewegt, hat also den Alkoholkonsum zu unterlassen. Außerdem lassen sich Probleme wie z.B. ein niedriger Alkoholpegel bei Arzneimittelkonsum gesetzgeberisch lösen. Dies zeigen diverse Beispiele europäischer Nachbarländer mit Null-Promille-Grenze.





Weder Katze noch Hausfrau

25 07 2006

Gerade habe ich festgestellt, daß ich glücklicherweise kein C-Blogger bin. Denn C-Blogger

stehen ganz unten

und werden

pejorativ auch als Hausfrauen-Blogs oder Katzen-Content bezeichnet.

Was zeichnet aber einen C-Blogger aus? C-Blogger sind

Blogger, die in ihren Blogs unter 100 Besucher pro Tag haben

und damit ganz arme Würstchen. Wer wollte mit solchen Menschen etwas zu tun haben?

Gut, daß uns so wichtige Leute wie Peter Turi darüber aufklären. Nicht, daß noch Inhalte zählen in der Bloglandschaft - nein, auf die Zugriffszahlen kommt es an! Das kennen wir doch schon aus den herkömmlichen Medien, denn wer die höchste Auflage bzw. Einschaltquote hat, der macht ja auch die beste Zeitung respektive das qualitativ hochwertigste Programm. So wird selbst RTL II zum Kultursender - man muß halt nur auf die Pop- oder hilfsweise die Joghurtkultur abstellen.

Glücklicherweise liege ich auch mit meinem neuen Blog permanent deutlich über 100 Besucher pro Tag, und Katzen-Content (den man im Deutschen wohl eher Katzencontent schreibt) gibt es nur selten. Damit bin ich wohl ein B-Blogger (nicht zu verwechseln mit einem Betablocker!), wobei die Abgrenzung zum A-, AA- und AAA-Premium-Blogger wohl je nach Perspektive variieren dürfte. Wahrscheinlich brauchen wir dringend eine neue DIN-Klassifikation, verbunden mit einem Label der Stiftung Blogtest: “Kein Hausfrauenblog!” Obwohl man das in Zeiten des AGG wahrscheinlich überhaupt nicht mehr sagen darf. Seltsame Dinge geschehen in der Blogosphäre.